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Colitis ulcerosa – Wie erfolgt die Diagnose?

Die Diagnose von Colitis ulcerosa ist Voraussetzung, um eine Therapie beginnen und die Beschwerden der Erkrankung lindern zu können. Hier finden Sie einen Überblick über die verschiedenen Möglichkeiten der Diagnosestellung bei Colitis ulcerosa.

Vereinfachte Darstellung einer Petrischale und einer Pipette

Verdacht auf Colitis ulcerosa – Wann sollten Sie einen Arzt aufsuchen?

Der Experte für die Diagnose von Colitis ulcerosa und anderen  chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn ist der Gastroenterologe, der Facharzt für Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts. Er sollte aufgesucht werden, wenn Sie häufig und wiederkehrend Symptome  wahrnehmen, die auf Colitis ulcerosa hinweisen können. Nur er kann beurteilen, ob hinter Ihren Beschwerden tatsächlich die Diagnose Colitis ulcerosa oder etwas anderes steckt.
Eine Facharzt-Suche finden Sie zum Beispiel unter www.magen-darm-aerzte.de, einem Angebot des Berufsverbands niedergelassener Gastroenterologen Deutschlands e. V. (BNG).

Die Diagnose von Colitis ulcerosa – Eine komplexe Angelegenheit

Die Diagnose Colitis ulcerosa lässt sich nicht mittels eines einfachen Tests oder nur durch eine Darmspiegelung stellen. Vielmehr sind verschiedene Untersuchungen, oft über einen längeren Zeitraum, notwendig. Anhand der auf diese Weise gesammelten Informationen, kann der Arzt feststellen, ob eine Colitis ulcerosa vorliegt oder eine andere Diagnose mit ähnlichen Symptomen, zum Beispiel Morbus Crohn oder Reizdarm, gestellt werden kann. 
Da die typischen Symptome von chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) wie Colitis ulcerosa – Durchfall und Bauchschmerzen – vielfältige Ursachen haben können, dauert es oft lange, bis die Diagnose feststeht. So warten 18 Prozent der CED-Patienten fünf Jahre darauf. Bei fast zwei Dritteln muss es sogar erst zu einem Notfall kommen, bis die richtige Diagnose erfolgt1.

Wie wird Colitis ulcerosa diagnostiziert?

Die Diagnosestellung von Colitis ulcerosa erfolgt in mehreren Schritten, wobei verschiedene Untersuchungsmethoden zum Einsatz kommen können:

 

  • Anamnese: Zu Beginn der Diagnose von Colitis ulcerosa wird sich der Gastroenterologe bei Ihnen über Ihre medizinische Vorgeschichte informieren. Er wird Sie zum Beispiel zu früheren Erkrankungen und Ihren aktuellen Beschwerden befragen, die ihm wichtige Informationen liefern können. Von besonderem Interesse ist dabei für ihn, ob in Ihrer Familie bereits bei anderen Personen chronische Darmerkrankungen oder andere chronische Krankheiten diagnostiziert wurden.
  • Körperliche Untersuchung: An die Anamnese schließt sich die körperliche Untersuchung an. Dabei untersucht der Arzt den Enddarm, indem er mit seinem Finger den After des Patienten abtastet. Auch wenn dies für den Patienten unangenehm ist, handelt es sich dabei um eine Untersuchungsmethode, die für Ihren Arzt Routine und ganz normal ist. Zudem kann diese Untersuchung wichtige Informationen auf dem Weg zur Diagnose Colitis ulcerosa liefern.
  • Blutuntersuchungen: Auch die Blutuntersuchung zählt zum Standardprogramm der Diagnose von Colitis ulcerosa. Dabei geht es vor allem darum, die Beschaffenheit des Blutes zu prüfen. Dies kann Hinweise auf eine vorliegende Blutarmut (Anämie) oder erhöhte Entzündungsparameter geben. Die Erhöhung eines bestimmten Eiweißes, des sogenannten C-reaktiven Proteins (CRP), und eine beschleunigte Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG) können Zeichen für eine erhöhte Entzündungsaktivität im Körper und somit für Colitis ulcerosa sein.
  • Stuhlproben: Eine Stuhlprobe allein reicht zwar nicht für die Diagnose von Colitis ulcerosa aus. Sie kann aber Aufschluss darüber geben, ob das sogenannte Calprotectin, ein Eiweiß, das als wichtiges Merkmal für entzündliche Aktivitäten gilt, im Stuhl vorliegt. Dies kann sowohl dazu dienen, die Diagnose zu stellen als auch den Verlauf von Colitis ulcerosa zu kontrollieren. Zudem können mithilfe einer mikroskopischen Untersuchung der Stuhlprobe andere entzündliche Darmerkrankungen wie bakterielle Infektionen ausgeschlossen werden.
  • Ultraschall: Mittels hochauflösender Ultraschallgeräte kann der Arzt im Rahmen der Diagnosestellung erkennen, welche Darmabschnitte bei Colitis ulcerosa befallen sind und wie tief die Entzündung in die Darmwand hineinreicht.
  • Kernspintomographie oder Magnetresonanztomographie (MRT): Da keine Strahlenbelastung anfällt, ist die sogenannte Kernspin- oder auch Magnetresonanztomographie (MRT) eine sehr schonende bildgebende Untersuchungsmethode bei der Diagnose von Colitis ulcerosa. Damit können entzündliche Veränderungen im gesamten Verdauungstrakt dargestellt werden.
  • Computertomographie (CT): Eine CT ist eine Form der Röntgenuntersuchung, bei der Aufnahmen verschiedener Körperregionen in feinsten Schichten angefertigt werden. Mit der Computertomographie lassen sich auch kleine Veränderungen, zum Beispiel Entzündungsherde, erkennen.
  • Darmspiegelung (Koloskopie): Bei der Darmspiegelung untersucht der Arzt das Darminnere mithilfe eines Endoskops, einem schlauch- oder röhrenförmigen medizinischen Instrument, das in den Darm eingeführt wird. Dabei lassen sich auch Gewebeproben, sogenannte Biopsien, entnehmen. Sie werden später im Labor mikroskopisch untersucht, um Hinweise auf eine mögliche Colitis ulcerosa-Diagnose zu erhalten.
  • Kapselendoskopie: Um Colitis ulcerosa von Morbus Crohn abgrenzen zu können, sollte auch der Dünndarm im Rahmen der Diagnosestellung untersucht werden. Dazu dient die Kapselendoskopie, eine sehr schonende Untersuchungsmethode. Der Patient schluckt dabei eine kleine, tablettengroße Kapsel, die eine Kamera enthält und dem Arzt so Bilder aus dem Darminneren liefert.

Wie Sie den Arzt bei der Colitis ulcerosa-Diagnose unterstützen können

Sie können den Arzt bei der Diagnosestellung von Colitis ulcerosa unterstützen. Dabei sollten Sie zunächst alle aktuellen medizinischen Unterlagen, die Ihnen vorliegen, zur Untersuchung mitbringen. Das können zum Beispiel Laborergebnisse, Röntgenaufnahmen, MRT- oder CT-Befunde, Ultraschallbilder oder Operationsberichte sein. Auch eine Liste aller Medikamente, die Sie derzeit einnehmen, ist eine wichtige Information für den Arzt.
Um sich ein genaues Bild Ihrer Beschwerden machen zu können, ist es für den Arzt wichtig zu wissen, welche Beschwerden Sie in der letzten Zeit hatten und wann und wie oft diese aufgetreten sind. Hatten Sie in letzter Zeit häufiger Bauchschmerzen? Litten Sie unter verstärktem Stuhldrang und Durchfall? Wie oft müssen Sie am Tag zur Toilette? Notieren Sie sich die Antworten auf diese Fragen und bringen Sie Ihre Notizen zur Untersuchung mit. Um dem Arzt Informationen zur Krankheitshistorie liefern zu können, kann es auch hilfreich sein, Ihre Angehörigen nach „Familienkrankheiten“ wie chronischen Verdauungskrankheiten, Rheuma, Arthrose, Hauterkrankungen und Krebsleiden zu befragen. Bitte berichten Sie Ihrem Arzt auch, wenn Sie unter weiteren Symptomen leiden, die auf den ersten Blick nichts mit einer Darmerkrankung zu tun haben. Denn chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa können auch Bereiche außerhalb des Verdauungstraktes betreffen. Dies kann sich beispielsweise durch Augenentzündungen, Rücken- oder Gelenkschmerzen äußern.

                                                           
¹ Wilson BS et al. Life impact study. GUT 2012; 61 (Suppl 3):A157.