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Was ist Colitis ulcerosa?

Colitis ulcerosa ist – neben Morbus Crohn – die häufigste sogenannte chronisch-entzündliche Darmerkrankung (CED) und verläuft in Schüben.

Grafische Darstellung einer Arznei

6 wissenswerte Fakten über Colitis ulcerosa

  • In Deutschland sind ca. 168.000 Menschen von Colitis ulcerosa betroffen.
  • Colitis ulcerosa zeigt sich häufig im jungen Erwachsenenalter zum ersten Mal, insbesondere zwischen 16 und 35 Jahren.
  • Colitis ulcerosa ist nicht ansteckend.
  • Colitis ulcerosa beginnt meist schleichend und wird deshalb oft mit einer harmlosen Darmverstimmung verwechselt.
  • Bei Colitis ulcerosa ist die Dickdarmschleimhaut entzündet.
  • Colitis ulcerosa ist nicht heilbar, aber moderne Therapien können die Beschwerden gering halten oder phasenweise ganz vermeiden. 

Colitis ulcerosa auf einen Blick

Colitis ulcerosa leitet sich aus dem Lateinischen ab und bedeutet wörtlich übersetzt „Dickdarmentzündung mit Geschwürbildung“. Dabei kommt es zu einer Entzündung der Darmschleimhaut im Dickdarm und der Entstehung von Geschwüren. Über die Ursachen der Darmkrankheit Colitis ulcerosa ist bisher wenig bekannt. Man geht aber davon aus, dass das Immunsystem an der Entstehung von Colitis ulcerosa beteiligt ist. 

Die ersten Symptome von Colitis ulcerosa sind oft sehr unspezifisch mit wenigen Durchfällen pro Tag sowie leichten Bauchschmerzen. Daher liegt zunächst häufig die Vermutung nahe, dass sich eine harmlose Ursache hinter diesen Beschwerden verbirgt. Die richtige Diagnose bei einem Verdacht auf eine CED wie Colitis ulcerosa kann nur ein Gastroenterologe, ein Facharzt für Magen-Darm-Erkrankungen, stellen. 

Bei Colitis ulcerosa handelt es sich um eine chronische Darmerkrankung. Das bedeutet, dass eine Heilung bisher nicht möglich ist. Es stehen aber verschiedene Therapiemöglichkeiten zur Verfügung, mit deren Hilfe Patienten einen weitgehend normalen Alltag führen und unter Umständen sogar über Jahre völlig beschwerdefrei leben können. Um die Behandlung bei Colitis ulcerosa zu unterstützen, ist es wichtig, achtsam mit dem eigenen Körper umzugehen und auf einen gesunden Lebensstil, insbesondere auf eine ausgewogene Ernährung, zu achten.

Was passiert bei Colitis ulcerosa?

Der Darm übernimmt zentrale Aufgaben im menschlichen Körper, allen voran die Verdauung aufgenommener Nahrung. Im Inneren ist der Darm vollständig mit einer Schleimhaut – der sogenannten Mukosa – ausgekleidet, um zu verhindern, dass Krankheitserreger und schädliche Substanzen in tiefer liegende Gewebeschichten vordringen können.


Da die Schleimhautbarriere des Dickdarms bei Patienten mit Colitis ulcerosa durchlässiger ist als bei gesunden Menschen, können Krankheitskeime wie Bakterien und Schadstoffe in die Schleimhaut eindringen. Das Immunsystem reagiert darauf mit Entzündungen, die teilweise chronisch verlaufen können und die Darmschleimhaut zusätzlich schädigen. 


Bei Colitis ulcerosa breiten sich diese Entzündungen kontinuierlich aus und betreffen in der Regel nur den Dickdarm (Kolon)  – im Gegensatz zu Morbus Crohn. Bei dieser CED können sich alle Abschnitte des Verdauungstraktes entzünden und unabhängig voneinander auftreten – vom Mund bis zum After. Durch die Entzündungen wird die Darmschleimhaut verletzt, wodurch sich die für Colitis ulcerosa typischen Geschwüre, die sogenannten Ulzerationen, bilden. Diese können bluten und Schleim absondern.

Ursachen für Colitis ulcerosa

Warum es bei Colitis ulcerosa zu Entzündungen der Darmwand kommt, ist bis heute nicht vollständig geklärt – trotz intensiver Forschung. Man weiß allerdings, dass Frauen und Männer mit gleicher Häufigkeit davon betroffen sind. In der Regel macht sich Colitis ulcerosa zwischen dem 16. und 35. Lebensjahr zum ersten Mal bemerkbar. Prinzipiell ist es aber möglich, in jedem Lebensalter – vom Kleinkind bis zum Rentner – daran zu erkranken.

Wissenschaftler gehen davon aus, dass ein Zusammenspiel von verschiedenen Ursachen und Risikofaktoren für die Entstehung von Colitis ulcerosa verantwortlich ist. Unter anderem scheint es eine genetische Veranlagung zu geben. Die Psyche ist zwar nicht für die Entstehung der Colitis ulcerosa verantwortlich, kann aber den Verlauf beeinflussen.

Mögliche Ursachen und Risikofaktoren von Colitis ulcerosa:

  • Genetische Faktoren: Bei Colitis ulcerosa scheint es eine erbliche Veranlagung zu geben, denn die Darmkrankheit tritt familiär gehäuft auf. Geschwister von Colitis ulcerosa-Patienten haben ein 10- bis 50-fach erhöhtes Risiko, selbst die Darmkrankheit zu bekommen.
  • Aus bisher unbekannten Ursachen liegt eine Schwächung der Barrierefunktion der Darmschleimhaut vor. Dadurch dringen Bakterien in die Schleimhaut ein und führen dort zu einer Entzündung.
  • Einfluss des körpereigenen Abwehrsystems: Bei Colitis ulcerosa spielt vermutlich eine Fehlfunktion des Immunsystems eine Rolle. Forscher vermuten, dass die Aktivität des  Abwehrsystems, nachdem die eingedrungenen Bakterien bekämpft wurden, nicht wieder ausreichend gedämpft wird, was zu den anhaltenden Entzündungen führt.
  • Psychosozialer Stress und belastende Lebensereignisse: Auch wenn die Psyche als Auslöser von Colitis ulcerosa heute ausgeschlossen wird, können Stress und seelische Belastungen einen akuten Schub auslösen.
  • Ungesunde Lebensweise: Faktoren wie eine unausgewogene Ernährung, die wenige Ballaststoffe und Vitamine enthält, die Aufnahme zu vieler Emulgatoren und zu wenig Bewegung können ebenfalls eine Rolle bei der Entstehung von Colitis ulcerosa spielen.

Wie verläuft Colitis ulcerosa?

Colitis ulcerosa beginnt zunächst schleichend und ist durch einen schubweisen Verlauf gekennzeichnet. Das bedeutet, dass Patienten mit Colitis ulcerosa oft über lange Zeit keine oder kaum Beschwerden verspüren. Darauf folgen Phasen mit akuten Schüben, deren Häufigkeit, Schwere und Verlauf sehr individuell sind. Auch wenn eine Heilung der chronischen Darmerkrankung nicht möglich ist, kann der Verlauf von Colitis ulcerosa positiv beeinflusst werden. Zum einen kann die richtige Therapie bei der überwiegenden Mehrzahl der Betroffenen zumindest phasenweise ein beschwerdefreies Leben ermöglichen. Hierzu kann Sie Ihr behandelnder Arzt genauer beraten. Zum anderen ist auch eine gesunde Lebensführung ein positiver Einflussfaktor. Dazu zählt vor allem eine bewusste Ernährung sowie die Reduktion von Stress im Alltag.