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Was ist Morbus Crohn?

Morbus Crohn gehört – wie Colitis ulcerosa – zu den sogenannten chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) und ist durch einen schubweisen Verlauf gekennzeichnet.

Grafik über mögliche Symptome von Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa

6 Fakten über Morbus Crohn, die jeder kennen sollte

  • „Tendenz steigend“ heißt es bei Morbus Crohn: die Krankheit betrifft in Deutschland zwischen 80.000 und 160.000 Menschen, Männer und Frauen gleichermaßen.
  • Morbus Crohn kann in jedem Alter auftreten, meist jedoch bei jüngeren Menschen im Alter von 15 bis 35 Jahren.
  • Die Krankheit ist nicht ansteckend.
  • Morbus Crohn kann theoretisch den gesamten Verdauungstrakt betreffen, am häufigsten jedoch die untere Hälfte des Dünndarms (Ileum) und den Dickdarm.
  • Entspannung und eine ausgewogene Ernährung können beim Alltag mit Morbus Crohn helfen.
  • Morbus Crohn ist nicht heilbar, aber moderne Therapien können längere beschwerdefreie Phasen ermöglichen.

Morbus Crohn auf einen Blick

Die Ursachen der chronisch-entzündlichen Darmerkrankung Morbus Crohn sind bis heute nicht vollständig geklärt. Nach aktuellem Stand der Wissenschaft geht man von einer Barrierestörung der Darmschleimhaut und einer Autoimmunerkrankung aus. Zurückzuführen ist die Bezeichnung Morbus Crohn auf den US-amerikanischen Mediziner Burril Bernard Crohn. Er beschrieb 1932 als einer der ersten die Darmkrankheit.

Unspezifische Symptome wie Bauchschmerzen und Durchfall können typische erste Anzeichen für Morbus Crohn sein. Bei einem Verdacht auf eine CED sollte unbedingt ein Facharzt für Verdauungskrankheiten, also ein Gastroenterologe, zu Rate gezogen werden. Da hinter den Beschwerden häufig zunächst harmlose Ursachen vermutet werden, kann es unter Umständen lange dauern, bis die korrekte Diagnose gestellt wird. Häufig wird fälschlicherweise von einem Reizdarm ausgegangen.

Die Darmkrankheit Morbus Crohn ist eine chronische Erkrankung. Das bedeutet, sie ist derzeit nicht heilbar. Mit der richtigen Therapie ist es aber möglich, teilweise jahrelang beschwerdefrei zu sein und den Alltag gut bewältigen zu können. Ein achtsamer Umgang mit dem eigenen Körper und ein gesunder Lebensstil, insbesondere eine ausgewogene Ernährung, sind bei Morbus Crohn besonders wichtig, um die Behandlung zu unterstützen.

 

Was passiert bei Morbus Crohn?

Der Darm übernimmt zentrale Aufgaben in unserem Körper. An erster Stelle steht die Verdauung aufgenommener Nahrung. Damit dabei keine Krankheitserreger und schädlichen Substanzen in tiefer liegende Gewebeschichten vordringen können, ist der Darm vollständig mit einer Schleimhaut – der sogenannten Mukosa – ausgekleidet.

Bei Patienten mit Morbus Crohn ist diese natürliche Barriere des Darms oft geschwächt. Dadurch können Bakterien in die darunter liegenden Schichten eindringen. Entzündliche Reaktionen sind die Folge, die häufig nicht mehr ausreichend durch den Körper reguliert werden können. Sie werden schließlich chronisch. Diese Entzündungen können langfristig zu starken Schäden an der Mukosa und den anderen Schichten der Darmwand führen. 

Grundsätzlich können bei Morbus Crohn alle Abschnitte des Verdauungstraktes betroffen sein – vom Mund bis zum After. In den meisten Fällen kommt es zu Entzündungen im Darm, vor allem in der unteren Hälfte des Dünndarms (Ileum) und des Dickdarms (Kolon). Typisch ist, dass sich die Erkrankung nicht kontinuierlich ausbreitet, sondern unterschiedliche Stellen im Körper auf einmal befallen kann. Im Gegensatz zu Colitis ulcerosa ist auch nicht nur die oberste Schicht der Schleimhaut betroffen, sondern alle Schichten der Darmwand.

Ursachen für Morbus Crohn

Bis heute konnten Wissenschaftler trotz intensiver Forschung nicht vollständig klären, was der Auslöser für Morbus Crohn ist. Fest steht allerdings, dass die Darmkrankheit keine Frage des Alters ist. Im Prinzip kann man immer daran erkranken, auch noch in höherem Alter. Sehr häufig geschieht dies aber bei jüngeren Menschen, meistens in einem Alter zwischen 15 und 35 Jahren. Jeder fünfte Erkrankte ist ein Kind oder Jugendlicher.1

Insgesamt gehen Wissenschaftler davon aus, dass es mehrere Ursachen für Morbus Crohn gibt. Sie konnten einige Faktoren identifizieren, die die Entstehung dieser CED begünstigen. Psychische Einflüsse schließt man heute als Auslöser aus. Sie können sich aber durchaus auf den weiteren Verlauf auswirken.

Mögliche Ursachen und Risikofaktoren von Morbus Crohn:

  • Genetische Faktoren: Morbus Crohn kommt familiär gehäuft vor. Ist ein naher Verwandter betroffen, ist das eigene Erkrankungsrisiko um das Zehnfache erhöht.2 Dies legt nahe, dass eine erbliche Veranlagung eine große Rolle spielt.
  • Einfluss des körpereigenen Abwehrsystems: Bei Patienten mit Morbus Crohn sind verschiedene Gene fehlerhaft. Das führt unter anderem dazu, dass Immunzellen in der Darmschleimhaut nur eingeschränkt funktionieren. Krankheitserreger werden nicht vollständig beseitigt, was zu einer Überreaktion des Immunsystems führt.
  • Ungesunde Lebensweise: Insbesondere das Rauchen scheint ein hoher Risikofaktor für die Entstehung von Morbus Crohn zu sein. So haben Raucher ein deutlich erhöhtes Risiko, daran zu erkranken. Auch haben Raucher mit Morbus Crohn deutlich mehr Schübe und Rückfälle als Nichtraucher. Hinzu kommt, dass das ohnehin schon bestehende Darmkrebsrisiko weiter erhöht wird.3
  • Sonstige Einflussfaktoren: Eine unausgewogene, ballaststoff- und vitaminarme Ernährung kann ebenfalls eine Rolle bei der Entstehung von Morbus Crohn spielen.

Wie verläuft Morbus Crohn?

Morbus Crohn beginnt allmählich und verläuft in Schüben. Es gibt Phasen, in denen keine oder kaum Beschwerden auftreten, gefolgt von Phasen mit akuten Schüben. Wie häufig diese Krankheitsschübe auftreten und wie sie verlaufen, ist von Patient zu Patient unterschiedlich. Der Krankheitsverlauf kann durch eine gesunde Lebensführung positiv beeinflusst werden. An erster Stelle stehen dabei eine bewusste Ernährung und die Reduktion von Stressfaktoren. Die meisten Patienten mit Morbus Crohn bleiben voll arbeitsfähig und können ihren Alltag gut bewältigen. Auch wenn es sich um eine chronische Erkrankung handelt, ist durch die richtige Therapie die überwiegende Mehrzahl der Betroffenen zumindest für einige Jahre beschwerdefrei.

                                                                         

1 Deutsche Morbus Crohn / Colitis ulcerosa Vereinigung (DCCV) e. V. DCCV-Ratgeber „Endlich eine Diagnose“. Überarbeitete Neuausgabe 2008, Nachdruck 2013:8.
2 Orholm M et al. N Engl J Med 1991; 324(2):84-8.
3 Hartmann F, Stange EF. Ratgeber Morbus Crohn. Gastro-Liga e. V. Stand: April 2016.