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Morbus Crohn – Symptome erkennen und einordnen

Bauchschmerzen, Durchfall, leichtes Fieber – die ersten Symptome von Morbus Crohn können sehr unspezifisch sein. Informieren Sie sich hier, welche Anzeichen zu Beginn der Erkrankung und im weiteren Verlauf auftreten können.

Grafik über mögliche Symptome von Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa

Alles halb so schlimm?

Durchfall, Bauchkrämpfe, Blähungen, häufiger Stuhldrang – viele Patienten mit Morbus Crohn vermuten hinter diesen Symptomen zunächst eine harmlose Ursache. Vielleicht war das Essen von gestern Abend schuld an den Verdauungsbeschwerden? Oder der ständige Ärger mit dem Chef bewirkt die Bauchschmerzen? Dass hinter diesen Symptomen auch eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung wie Morbus Crohn stecken kann, daran denken zunächst die Wenigsten. 

Die 9 häufigsten Symptome von Morbus Crohn

  • Chronische Durchfälle, häufig mehrfach am Tag
  • Krampfartige Bauchschmerzen, oft verstärkt im rechten Unterbauch
  • Leichtes Fieber
  • Müdigkeit
  • Abgeschlagenheit
  • Appetitlosigkeit
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Gewichtsverlust

 

Wenn Sie diese Symptome wiederholt bei sich oder einem Angehörigen bemerken, sollte in jedem Fall ein Facharzt für Verdauungskrankheiten, ein sogenannter Gastroenterologe, zu Rate gezogen werden.1 Eine Facharzt-Suche finden Sie zum Beispiel unter www.magen-darm-aerzte.de, einem Angebot des Berufsverbands niedergelassener Gastroenterologen Deutschlands e. V. (BNG).

Morbus Crohn kann viele Gesichter haben

Die Symptome von Morbus Crohn sind vielfältig und können von Patient zu Patient sehr unterschiedlich ausfallen. Welche Beschwerden konkret auftreten, hängt im Wesentlichen davon ab, welche Bereiche des Verdauungstraktes von der Erkrankung betroffen sind. Befindet sich ein Betroffener gerade nicht in einem Krankheitsschub, kann er sich sogar auch völlig gesund fühlen.

Die Hauptsymptome von Morbus Crohn zeigen sich im Magen-Darm-Trakt. Es können aber auch Bereiche außerhalb der Verdauungsorgane betroffen sein. Dazu zählen beispielsweise die Haut, die Augen, die Gelenke, die Knochen oder die Leber. Man spricht dabei von sogenannten extraintestinalen Manifestationen.

Symptome im Magen-Darm-Bereich

Zu den Beschwerden von Morbus Crohn im Verdauungstrakt, sprich dem Magen-Darm-Bereich, zählen Durchfall, Bauchkrämpfe, unter Umständen begleitet von starken Schmerzen, und Blähungen. Häufig gehen die Betroffenen selbst, aber auch Hausärzte dann zunächst fälschlicherweise von einem Infekt oder einer Viruserkrankung aus. 
Immer wieder auftretende, meist wässrige oder schleimige Durchfälle kennt fast jeder Betroffene von Morbus Crohn. Begleitet wird dieses Symptom häufig von krampfartigen Bauchschmerzen. Diese konzentrieren sich meist auf den rechten Unterbauch. Der Grund dafür: Hier befinden sich das Ende des Dünndarms und der obere Abschnitt des Dickdarms – die beiden Bereiche, die am häufigsten von Entzündungen betroffen sind.

Langfristige Folgen von Morbus Crohn im Magen-Darm-Trakt

Neben den genannten Symptomen kann es bei Morbus Crohn unter Umständen im weiteren Verlauf zu verschiedenen langfristigen Folgen im Magen-Darm-Trakt kommen. Ursache sind die immer wiederkehrenden Entzündungen im Verdauungssystem, die zu Beeinträchtigungen an den Schleimhäuten im Darm und den Magenwänden führen können. Mögliche Folgen sind zum Beispiel: 

 

  • Fissur: Als Fissur bezeichnet man einen oft schmerzhaften Riss in der Haut. Bei Morbus Crohn treten Fissuren meist im Bereich des Afters auf. Man spricht dann von einer Analfissur.
  • Fistel: Auf Grund der geschwächten Darmwände und Schleimhäute können sich, ausgehend vom Darm, röhrenförmige Gänge bilden, sogenannte Fisteln. Sie können einfach im Bauchraum enden, den Darm mit anderen Organen (z. B. der Blase) oder Hohlräumen im Körper verbinden oder aber zur Hautoberfläche führen. Man spricht bei diesen Symptomen von fistulierendem Morbus Crohn.
  • Abszess: Ein Abszess ist eine Eiteransammlung, die sich bei Morbus Crohn vor allem im Analbereich bilden kann. Sie kann sehr schmerzhaft sein. Es kann vorkommen, dass sich ein Abszess immer wieder bildet. In diesem Fall ist eine Operation erforderlich.
  • Stenose: Die Schleimhautentzündungen, die bei Morbus Crohn im Darm entstehen, hinterlassen oftmals Narben. Unter Umständen können diese Narben den Darm einengen und somit die Darmtätigkeit behindern. Im schlimmsten Fall kommt es zu einer völligen Blockade. Man spricht dann von einem Darmverschluss, dem sogenannten Ileus.

Falls Sie vermuten, von einer dieser Folgeerscheinungen von Morbus Crohn betroffen zu sein, sollten Sie dies unbedingt mit Ihrem behandelnden Arzt besprechen.

 

Mehr als eine Darmkrankheit – Symptome außerhalb des Verdauungstrakts

Morbus Crohn kann sich auch durch Symptome in anderen Bereichen außer dem Magen-Darm-Trakt zeigen. Man nennt diese Beschwerden extraintestinale Manifestationen. Sie treten bei 20 bis 40 Prozent der Patienten auf.2 Ob und welche dieser Symptome bzw. Begleiterkrankungen auftreten, hängt von der individuellen Aktivität des Morbus Crohn ab. Unter Umständen kann sich Morbus Crohn sogar anhand dieser Symptome erstmals äußern, zum Beispiel in Form von Rückenschmerzen oder Gelenkschmerzen.

 

  • Haut: Entzündungen der Haut können ebenfalls Symptome von Morbus Crohn sein. Diese treten meist im Bereich des Unterhautfettgewebes auf. 
  • Blut: Durch chronische Entzündungen im Körper oder Eisenmangel kann eine Blutarmut entstehen. Sie ist bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) wie Morbus Crohn die häufigste zusätzliche Erkrankung.2
  • Augen: Bei 4 bis 12 Prozent der Patienten mit Morbus Crohn sind auch die Augen betroffen.2 
  • Leber: Bei Morbus Crohn können sich auch die Gallengänge in der Leber entzünden. Typische Symptome dafür sind Juckreiz, Schmerzen im Oberbauch und/oder eine Gelbfärbung der Haut.
  • Gelenke: Sehr häufig sind auch die Gelenke bei Morbus Crohn in Mitleidenschaft gezogen. Rückenschmerzen oder Gelenkschmerzen können sogar die ersten Symptome sein, die ein Patient mit Morbus Crohn wahrnimmt. Ursache dafür sind Entzündungen an der Wirbelsäule oder den Armen und Beinen.
  • Knochen: Häufig kommt es bei Morbus Crohn zu einer Verminderung der Knochendichte. Eine leichte Form bezeichnet man als Osteopenie, eine stark ausgeprägte Form als Osteoporose.
  • Nieren: Nierensteine sind bei Patienten mit Morbus Crohn sehr häufig.

                                                                         

1Kompetenznetz Darmerkrankungen e. V. Symptome frühzeitig erkennen hilft Behandlung optimieren. Online publiziert unter: http://www.kompetenznetz-ced.de/fruehe-erkennung.html. Letzter Zugriff: Mai 2017.
2 Deutsche Morbus Crohn / Colitis ulcerosa Vereinigung (DCCV) e. V. Morbus Crohn – ein Ratgeber für Patientinnen und Patienten. Online publiziert unter: http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/021-004p_S3_Morbus_Crohn_Diagnostik_Therapie_2016-04_01.pdf. Letzter Zugriff: Juli 2017.